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Marktrisiko beschreibt das Risiko, dass der Wert eines Finanzinstruments aufgrund von Veränderungen von Marktpreisen fluktuiert, wobei die Gründe für diese Veränderungen beim Finanzinstrument selbst, bei dessen Emittent als auch am Gesamtmarkt liegen können.

Je nachdem welcher Risikoaspekt betroffen ist, sprechen wir von Aktienrisiko, Rohstoffrisiko, Zinsrisiko, Spread-Risiko oder Wechselkursrisiko. Obwohl es formal die obige Definition erfüllt, wird Kreditrisiko, also ein dramatischer Wertverfall nach dem Versäumnis des Gläubigers die Forderungen zu bedienen, gemeinhin nicht unter Marktrisiko subsumiert, da sich die Bewertungsmethoden stark unterscheiden.

Ein gängiger Ansatz zur Bewertung des Marktrisikos besteht darin, eine P&L-Verteilung des zugrundeliegenden Portfolios zu erzeugen. Dazu werden die Instrumente des Portfolios mit Hilfe von Szenarien der Risikofaktoren bewertet. Für die Szenariogenerierung gibt es nicht "die richtige" Methode. Je nach Präferenz des Kunden kommen zum Beispiel historische Simulation, Sensitivitätsanalyse oder Monte-Carlo-Simulation zum Einsatz. Für die zugrunde liegende Zeitreihenanalyse mit statistischen Methoden ist die Qualität der Marktdatensätze ein entscheidendes Kriterium.

Als Risikomaße werden oftmals quantilbasierte Maße der P&L-Verteilungsfunktion verwendet, wie beispielsweise "Value at Risk" (VaR) oder "Expected Shortfall" (TailVaR), wobei nur letzteres ein kohärentes Risikomaß darstellt.

Eine Regel, an die uns die gegenwärtige Finanzmarktkrise mit aller Deutlichkeit erinnert, ist dass diese statischen Risikomaße nur Risikoanfälligkeit antizipieren können, die sich bereits in der Vergangenheit manifestiert hat. Dagegen versagt ihre Aussagekraft bei Risiken, die beispielsweise durch unvorhergesehene Ereignisse (Event-Risiko), plötzliche Änderung von Marktkonditionen (Regime-Shift-Risiko), oder durch Liquiditätsengpässe (Liquiditätsrisiko) entstehen. Ebensowenig lassen sich mit diesen statischen Risikomaßen plötzlich auftretende Veränderungen in Volatilitäten und Korrelationen erfassen. Zu deren Ermittlung sind weitere Techniken oder Stress-Tests erforderlich.

Sind zwei Währungen aneinander gekoppelt, ergibt eine statistische Analyse eine Korrelation von Eins. Eine VaR-Analyse kann ein Wechselkursrisiko nicht erfassen, das sich durchaus realisieren kann, wenn die Kopplung plötzlich aufgegeben wird. Wenn dieses Szenario für den Geschäftsbetrieb kritisch ist, dann gibt ein einfaches Stress-Test-Verfahren mehr Einsicht als eine VaR-Analyse - selbst im Falle einer modifizierten Korrelationsannahme.